Bundesweite Aktion zum Gedenken des armenischen Journalisten Hrant Dink am 17.01.2015 um 15:05 Uhr

Jugendliche des Armenischen Jugendkongresses erinnerten in Berlin, Hannover, Dortmund, Köln, Frankfurt, Nürnberg und München im 100. Jahr nach dem Beginn des Völkermordes an den Armeniern, an die Ermordung Hrant Dinks in Istanbul. Zur Tatzeit um 15:05 Uhr wurde die Szenerie seiner Ermordung nachgestellt.

Die Pressefreiheit gehört zu einer der fundamentalen Freiheitsrechte einer Demokratie.
Der Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ am 07.01.2015 in Paris, zeigt erneut dass dieses Grundrecht auch seine Risiken mit sich trägt.

Menschen, die in der Öffentlichkeit ihre Kritik schriftlich oder zeichnerisch zum Ausdruck bringen, stoßen häufig auf Widerstand ja sogar auf Morddrohungen, die sich letztendlich in Einzelfällen bewahrheiten können.

Dieses Schicksal musste auch der armenische Schriftsteller Hrant Dink erleiden.

Am 19. Januar 2007 erschoss um 15.05 Uhr der damals 17-jährige türkische Rechtsextremist Ogün Samast den armenischen Journalisten Hrant Dink auf offener Straße in Istanbul. „Ich habe den Ungläubigen erschossen“, soll Ogün Samast nach der Tat stolz gerufen haben.

Die Rechtfertigung für die Tat – Hrant Dink setzte sich immer wieder öffentlich für eine Aufarbeitung des Völkermords an den 1,5 Millionen christlichen Armeniern im Jahre 1915 ein. Diesem Völkermord – vom Deutschen Kaiserreich geduldet – fielen neben Armeniern auch Hunderttausende Assyrer/Aramäer und Pontosgriechen zum Opfer.

Bis heute leugnet die türkische Regierung den Völkermord an den Armeniern. Auch in Deutschland betreibt sie diese aktive Leugnungspolitik. Einen Völkermord zu leugnen ist die Fortsetzung dieses Menschheitsverbrechens mit anderen Mitteln.

„Hrant Dink hat sich für die Aufarbeitung eingesetzt, er war die Stimme der armenischen Minderheit in der Türkei und all der Türken, die vor der Wahrheit nicht mehr die Augen verschlossen haben. Er ist nicht nur für die Anerkennung des Völkermordes eingetreten, er hat auch gegen die Diskriminierung der Armenier und anderer Minderheiten in der heutigen Türkei gekämpft.“ sagt die Presssprecherin der bundesweiten Aktion, Anahid Akkaya.

Deshalb wurde Hrant Dink auf offener Straße am helllichten Tag erschossen. Er wurde zum jüngsten Opfer eines Genozids, der im Jahre 1915 begann. Die Stimme der Armenier in der Türkei sollte verstummen. Die Hintergründe und besonders die Verstrickung der türkischen Regierung in die Ermordung Dinks sind bis heute nicht aufgedeckt.

„Die Hrant-Dink-Aktion ist der Auftakt in einem besonderen Gedenkjahr. Im April 1915, also vor 100 Jahren begann der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. Wir wollen mit vielfältigen Veranstaltungen an den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts in Europa erinnern und fordern die Deutsche Bundesregierung und den deutschen Bundestag auf, mit der Anerkennung des Völkermordes ein Zeichen gegen die Leugnung zu setzen.“ erläutert Rechtsanwalt Ilias Uyar von der Armenischen Kirche in Deutschland und Koordinator der Aktion.

Genauso wie die Leugnung eines Völkermordes, schafft auch die Straflosigkeit der Täter den Nährboden für neue Massenmorde. Die Unterstützung und Duldung der türkischen Regierung für die Massaker der IS an den Christen, Yeziden und Kurden in Syrien und im Irak sind ein Beispiel für diesen schrecklichen Zusammenhang.

Für Interviewanfragen, Bildmaterial und weitere Informationen:

Pressesprecherin
Frau Anahid Akkaya

Koordination
Herr RA Ilias Uyar

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